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Qianlongs stempel: kunst, macht und zensur im reich der mitte

Der chinesische Kaiser Qianlong, eine Figur von monumentaler Reichweite, hinterließ mehr als nur eine lange Regentschaft – er hinterließ eine Obsession, die sein Imperium für immer prägte: die Sammlung und das Stampeln von Siegeln.

Ein kaiser zwischen kunst, militär und zensur

Ein kaiser zwischen kunst, militär und zensur

Qianlong, der von 1735 bis 1796 regierte, war nicht nur der am längsten amtierende Kaiser der Qing-Dynastie, sondern auch eine Schlüsselfigur bei der Ausdehnung und Konsolidierung des chinesischen Reiches. Seine militärischen Kampagnen vergrößerten das Territorium um beinahe 400.000 Quadratkilometer, während seine Förderung von kunst und Kultur eine neue Blütezeit einleitete. Doch hinter der Pracht und den Errungenschaften verbarg sich eine düstere Seite: ein System der Zensur, das unzählige Stimmen zum Schweigen brachte.

Die Sammlung von Siegeln, sogenannten Qiánlóng zǐyán, war für Qianlong mehr als nur eine Hobbysache. Es war ein Instrument der Macht, ein Ausdruck seiner persönlichen Vorlieben und ein Werkzeug der Kontrolle. Er besaß schätzungsweise über 1.800 verschiedene Stempel, die er auf Gemälde, Kalligraphien und sogar Dokumente presste. Einmal soll er Tausende von Werken vernichtet haben, die ihm nicht gefielen, während er gleichzeitig unzählige weitere beschlagnahmte und in die Sammlung der Kaiserlichen Bibliothek aufnahm. Die Legende besagt, dass er ein Gemälde des Malers Han Huang,