Kanadische Forscher entwickeln 3D-Druck-Technologie für individuelle Kontaktlinsen

Wissenschaftler an der University of Waterloo in Kanada haben ein System entwickelt, das innerhalb von 20 Minuten individuelle Kontaktlinsen herstellt, die sich an die spezifische Geometrie jeder Hornhaut anpassen.

Neue Technologie ermöglicht maßgeschneiderte Kontaktlinsen

Neue Technologie ermöglicht maßgeschneiderte Kontaktlinsen

Die Forscher haben eine 3D-Druck-Methode entwickelt, die es ermöglicht, Kontaktlinsen in einer Vielzahl von Größen und Formen herzustellen. Diese Technologie kann insbesondere für Patienten von Vorteil sein, die eine ungewöhnliche Hornhautform aufweisen.

Das Verfahren beginnt mit der Erstellung eines detaillierten Hornhaut-Modells, das dann als Grundlage für die Herstellung der Kontaktlinse dient. Die Software verwendet diese Daten, um die Innenseite der Linse so zu gestalten, dass sie sich optimal an die individuelle Hornhaut anpasst. Die Außenseite wird hingegen so geformt, dass sie das Licht korrekt auf die Netzhaut leitet.

Die Kontaktlinsen müssen aus transparenten, widerstandsfähigen Materialien hergestellt werden, die auch den Sauerstoffaustausch zwischen der Hornhaut und der Luft ermöglichen. Die Forscher haben eine spezielle Mischung aus Silikon und Acrylat entwickelt, die sich mit Licht verfestigen lässt und somit in 3D-Druckern eingesetzt werden kann.

Der 3D-Druck-Prozess erfolgt in Schritten, wobei die Linse in dünne Schichten aufgebracht wird, um komplexe Formen zu erzeugen. Die gesamte Herstellung dauert etwa 12 Minuten, wobei weitere 8-10 Minuten für die Reinigung, Behandlung und Fertigstellung erforderlich sind.

Um die Oberfläche der Kontaktlinsen zu glätten und kleine Unregelmäßigkeiten zu minimieren, haben die Forscher ein dünnes, kontaktloses Beschichtungssystem entwickelt. Laborprüfungen haben gezeigt, dass die Kontaktlinsen eine gute Transparenz, mechanische Stabilität, Sauerstoffpermeabilität und Kompatibilität mit Hornhautzellen aufweisen.

Obwohl diese Technologie noch in der experimentellen Phase steckt, könnte sie in Zukunft dazu beitragen, die Suche nach passenden Kontaktlinsen für Patienten mit ungewöhnlichen Hornhautformen zu erleichtern. Eine endgültige Bewertung der Sicherheit, Komfort und Langzeitstabilität der Kontaktlinsen muss jedoch noch abgewartet werden, bevor sie in der Praxis eingesetzt werden können.