Samsung-streik droht: lohngefecht gefährdet smartphone-lieferketten

Eine mögliche Arbeitsniederlegung bei Samsung Electronics in Südkorea könnte die Produktion von Smartphones und anderen elektronischen Geräten weltweit erheblich beeinträchtigen. Die Gewerkschaften haben eine Streikbereitschaft beschlossen, nachdem Verhandlungen über Gehaltserhöhungen und Boni ins Stocken geraten sind.

Streik in südkorea: milliardenumsätze gefährdet

Streik in südkorea: milliardenumsätze gefährdet

Die Arbeiter, die rund 70 % der Belegschaft des südkoreanischen Elektronikgiganten ausmachen, fordern eine Abschaffung der aktuellen Bonusobergrenze und eine direkte Kopplung der Boni an den operativen Gewinn. Diese Forderung stößt jedoch auf Widerstand beim Unternehmen, das langfristige Investitionen schützen will.

Der Konflikt ist nicht plötzlich entstanden. Bereits im vergangenen September hatten sich die Gewerkschaften von SK Hynix, einem weiteren großen südkoreanischen Speicherchiphersteller, erfolgreich für bessere Kompensationsreformen eingesetzt. Dies führte zu einem Zustrom neuer Mitglieder zu Samsungs Gewerkschaft, die nun ähnliche Maßnahmen fordern.

Die Auswirkungen könnten weitreichend sein. Samsung produziert den Großteil seiner DRAM- und etwa zwei Drittel seiner NAND-Speicherchips in Südkorea. Eine Produktionsunterbrechung würde somit die gesamte globale Lieferkette belasten. Analysten prognostizieren, dass eine Einigung schwer zu erzielen sein wird. Laut Sohn In-joon von Heungkuk Securities stellt die Abschaffung der Bonusobergrenze mit 50 % des Jahresgehalts derzeit das größte Hindernis dar.

Die Z Fold 8 und Z Flip 8 Modelle, sowie der erwartete Galaxy Z Wide Fold, sollen voraussichtlich im Juli vorgestellt werden. Ein Streik könnte diese Pläne durchkreuzen und somit die strategische Ausrichtung der Mobile Division von Samsung gefährden. Die Verhandlungen werden voraussichtlich bis Mitte Mai andauern. Sollte bis dahin keine Einigung erzielt werden, plant die Gewerkschaft einen 18-tägigen Streik ab dem 21. Mai. Die Welt wartet gespannt auf die weitere Entwicklung.

Die Entscheidung der Gewerkschaften ist ein deutliches Zeichen für die wachsende Stärke der Arbeitnehmer in Südkorea und könnte ein Präzedenzfall für andere Unternehmen in der Branche werden.