Iran hält ormuzstraße offen: ayatollah jamenei ignoriert ölpreisanstieg
Teheran – Der iranische Oberste Führer Ayatollah Mojtaba Jamenei hat in seinen ersten öffentlichen Äußerungen seit dem Tod seines Vaters die Schließung des Straße von Hormus bekräftigt. Diese strategisch wichtige Wasserstraße, durch die ein erheblicher Teil des weltweiten Ölangebots fließt, soll offen bleiben – zumindest nach Ansicht des neuen Führers.

Die ölpreise steigen trotz erhöhung der reserven
Die Äußerungen Jameneis erfolgten in einer Fernsehansprache des iranischen Staatsfernsehens und stellen eine klare Kontinuität in der Politik dar, die unter seinem Vorgänger verfolgt wurde. Gleichzeitig haben die Ölpreise am Tag der Ankündigung gestiegen. Die Internationale Energieagentur (IEA) hatte zuvor angekündigt, eine Rekordmenge von 400 Millionen Barrel Öl aus ihren Reserven freizusetzen. Der Brent-Preis überstieg die Marke von 100 Dollar pro Barrel erneut.
Die Eskalation der Spannungen im Zusammenhang mit dem Krieg in der Region führt zu erheblichen Turbulenzen auf den globalen Energiemärkten. Die IEA schätzt, dass 7,5 % der weltweiten Ölversorgung betroffen sind, wobei die Auswirkungen auf die Exporte noch größer sind. Das Potenzial für weitere Störungen ist real.
Goldman Sachs warnt sogar, dass die Ölpreise die Höchststände von 2008 übertreffen könnten, sollten die Durchflüsse durch den Hormus bis März gedämpft bleiben, wie Bloomberg berichtet. Im Jahr 2008 erreichte der Brent-Preis mit über 147,50 Dollar pro Barrel aufgrund steigender Nachfrage und begrenzter Angebote ein Rekordhoch.
Die Straße von Hormus ist ein Engpass für den Öl- und Gastransport. Eine Blockade hätte verheerende Folgen für die Weltwirtschaft. Die iranische Haltung, die Straße offen zu halten, mag diplomatisch eine Geste sein – doch die Lage bleibt hoch angespannt. Die Welt scheint sich auf eine lange Phase der Unsicherheit einzustellen.