Die Großmutter-Plage: Eine Begegnung in Shanghai

Einleitung: shanghai und die unerwarteten begegnungen

Der Artikel „The Granny Scourge“ von W.M. Butler, ursprünglich veröffentlicht auf Shanghai Squared, schildert eine frustrierende und bizarre Reihe von Erlebnissen in Shanghai. Der Autor, ein Expatriate, beklagt sich über die aggressive und rücksichtslose Fahrweise älterer Damen im Straßenverkehr. Der Text ist eine Mischung aus Humor und Verzweiflung über die kulturellen Eigenheiten Chinas und die damit verbundenen Herausforderungen für Ausländer. Es geht um mehr als nur Verkehrsverstöße; es geht um ein Gefühl der Hilflosigkeit und die Akzeptanz einer „jeder-für-sich“-Mentalität.

Die eskalation: der vorfall mit der großmutter

Der Auslöser für den Artikel ist ein spontaner, wenn auch fragwürdiger Akt: Der Autor stößt eine ältere Dame eine Rolltreppe hinunter. Er rechtfertigt seine Handlung damit, dass die Großmutter zuvor den Fortschritt behindert hatte und er in diesem Moment die Kontrolle verlor. Die Geschichte wirft ethische Fragen auf und beleuchtet die emotionale Belastung, die durch wiederholte negative Erfahrungen in einer fremden Kultur entstehen kann. Es ist eine Geschichte über Frustration und den Verlust der Geduld.

Der drachen-zwischenfall: eine frühe begegnung

Der Autor erinnert sich an einen frühen Vorfall während des Laternenfestivals im Yu Garden. Er wurde von einer älteren Dame in eine Drachen-Tanz-Zeremonie gestoßen und zertrampelt. Anstatt sich zu entschuldigen, schien die Dame ihn höhnisch anzusehen, was den Eindruck verstärkte, dass er für ihre Handlungen verantwortlich gemacht wurde. Dieser Vorfall etablierte ein Muster – die älteren Damen in Shanghai schienen eine gewisse Aggressivität und Respektlosigkeit gegenüber Ausländern zu zeigen.

Das spiel „wer zuerst da ist, gewinnt!“

Ein weiteres Beispiel für die skurrile Verkehrskultur Shanghais ist das informelle Spiel, das der Autor „Wer zuerst da ist, gewinnt!“ nennt. Ältere Damen drängeln sich rücksichtslos, um als Erste eine Straße zu überqueren, ohne Rücksicht auf andere Fußgänger. Einmal wurde der Autor dabei fast von einem Bus überfahren, und die betreffende Dame zeigte ihm lediglich ein triumphierendes Grinsen. Dieser Mangel an Rücksichtnahme ist ein wiederkehrendes Thema in der Erzählung.

Die kultur des gesichtes: „mienzi“

Der Autor beschreibt, wie Passanten bei solchen Vorfällen oft passiv bleiben, aus Angst, „Gesichtsverlust“ (Mienzi) zu erleiden. Niemand meldet den Vorfall oder bietet Unterstützung, was den Ausländer zusätzlich isoliert und frustriert. Die chinesische Kultur des „Gesichtes“ erfordert, dass man Konflikte vermeidet und die Harmonie bewahrt, selbst wenn dies bedeutet, eine Ungerechtigkeit zu ignorieren. Dies macht es für Ausländer schwierig, in solchen Situationen Hilfe zu finden.

Fazit: ein spiegelbild der chinesischen mentalität

„The Granny Scourge“ ist eine satirische Betrachtung des Lebens als Ausländer in Shanghai. Der Artikel stellt die Frage, ob die Handlungen des Autors (das Stoßen der Großmutter) gerechtfertigt sind, und argumentiert, dass er selbst in einer ähnlichen Situation ähnlich gehandelt hätte. Letztendlich reflektiert die Geschichte eine „jeder-für-sich“-Mentalität, die in der chinesischen Gesellschaft vorherrscht, und beleuchtet die Herausforderungen, die Ausländer bei der Anpassung an diese Kultur erfahren. Es ist eine humorvolle, aber auch nachdenkliche Darstellung einer ungewöhnlichen Erfahrung.