Unsichtbare codes: ihre kaffeemaschine spioniert sie aus
Jede Tasse Kaffee, die Sie trinken, könnte Ihre Privatsphäre gefährden. Seit Jahrzehnten hinterlassen Tintenstrahldrucker heimlich digitale Fußabdrücke auf Ihren Dokumenten – eine längst übersehene Sicherheitslücke.
Geheime markierungen auf ihren seiten
Seit etwa 40 Jahren fügen führende Hersteller wie Xerox, HP und Canon ihren Laserdruckern eine versteckte Funktion hinzu: winzige, kaum sichtbare gelbe Punkte. Diese Punkte, die mit bloßem Auge kaum erkennbar sind, bilden ein Muster, das jede gedruckte Seite eindeutig identifiziert.
Die Geschichte dieser Markierungen reicht bis in die 1980er Jahre zurück. Regierungen befürchteten die Vervielfältigung von Banknoten und verlangten von Druckerherstellern die Implementierung eines Systems zur Rückverfolgung der Dokumente. Xerox gab später zu, dass diese Funktion kaum beworben wurde.
Der Wert dieser unsichtbaren Codes wurde 2017 bei dem Fall von Reality Winner deutlich. Die NSA-Mitarbeiterin schmuggelte ein hochgeheimes Dokument und der Scan der Seite offenbarte innerhalb kürzester Zeit den Drucker, das Seriennummer und den genauen Zeitpunkt der Ausgabe – 9. Mai, 18:20 Uhr.

Die nachstellung ist einfach
Mit einer blauen UV-Taschenlampe lassen sich diese Punkte auf farbigen Ausdrucken leicht sichtbar machen. Die Frequenz beträgt etwa 150 Punkte pro Seite, ein perfektes Raster, das die Maschine eindeutig identifiziert.
Eine Sicherheitsanalyse von 106 Modellen verschiedener Hersteller ergab, dass praktisch jeder Farb-Laserdrucker mit dieser Kennzeichnung ausgestattet ist. Die Hersteller rechtfertigen dies damit, dass die Punkte der Polizei bei Ermittlungen helfen sollen. Der Nutzer wurde jedoch nicht darüber informiert und konnte die Funktion nicht deaktivieren.
Monochrome (Schwarz-Weiß-) Drucker sind in der Regel von dieser Markierung befreit, da sie keinen gelben Toner verwenden. Das bedeutet, dass Sie beim Ausdrucken sensibler Dokumente auf Schwarz-Weiß-Drucker ausweichen können, um Ihre Privatsphäre zu schützen.
Die Technologie der digitalen Überwachung ist allgegenwärtig. Die Frage ist nicht mehr, ob sie existiert, sondern wie wir mit ihren Konsequenzen umgehen.