Movistar plus+ schaltet auf aufrüstung um: alte smart-tvs werden kalt
Telefónica setzt die Nerbe der Veränderung bei Movistar Plus+ wieder einmal frei. Während Nutzer in den vergangenen Monaten mit einer Mischung aus Versprechungen und Enttäuschungen konfrontiert wurden, hat die OTT-Plattform nun die definitive Entscheidung getroffen: Viele ältere Smart-TVs werden ab sofort keinen Zugriff mehr auf den Streamingdienst haben. Ein kühler Wind weht über die Branche.
Die gründe für den schnitt
Die Begründung von Telefónica ist pragmatisch, wenn auch wenig einfühlsam: Die Entwickler können nicht mehr garantieren, dass die Software bei allen – insbesondere älteren – Smart-TV-Modellen fehlerfrei läuft. Eine Investition in die Kompatibilität mit Hunderten von Marken, Betriebssystemen und Versionen wäre schlichtweg unerschwinglich. Stattdessen setzt Movistar Plus+ auf eine Strategie, die Netflix und Co. vorbildlich nachahmt – die Ausgrenzung veralteter Geräte.
Der jüngste E-Mail-Schreiben an betroffene Kunden sprach von einem „aktuellen Modell“, das die notwendigen Updates nicht zulasse, um die beste Nutzererfahrung zu gewährleisten. Ein vager Ausdruck, der die Kehrtwende kaum verhüllte. Am 6. April war es dann offiziell: Die Anwendung für Smart-TVs älter als 10 Jahre wurde gestrichen.

Die kompatiblen modelle – eine exakte liste
Movistar veröffentlicht eine detaillierte Liste der unterstützten Smart-TVs, die allerdings keineswegs eine Gratiskarte ist. Samsung-Modelle ab 2016 mit Tizen-Betriebssystem, LG-Geräte ab 2016 mit Full HD-Auflösung oder höher, Hisense-Modelle mit VIDAA 4.0 und Android TV/Google TV-Geräte ab 2015 mit Android 6.0 oder neuer sind weiterhin kompatibel. Auch TiVo OS-Modelle von Panasonic und Daewoo sowie Titan OS-Modelle von Philips erhalten noch Unterstützung. Allerdings: Für Geräte vor 2018 könnten einige Funktionen eingeschränkt sein.
Die Alternative für Nutzer ohne kompatible Smart-TVs ist klar: Der Kauf eines Amazon Fire TV oder Google Chromecast, um weiterhin auf Movistar Plus+ zugreifen zu können – für 9,99 Euro pro Monat, inklusive Fußball, Serien und Kino. Das Angebot ist attraktiv, aber die Entscheidung von Movistar Plus+ wirft Fragen auf: Ist es wirklich eine pragmatische Lösung, oder ein Zeichen der Vernachlässigung für einen Großteil der Kundenbasis?
Die Entwicklung in der Technologie schreitet rasant voran – und Movistar Plus+ scheint sich bereitwillig von der Vergangenheit zu verabschieden. Eine Entwicklung, die zeigt, dass Innovation nicht immer mit einer offenen Tür für alle geht. Die Frage ist: Werden die Kunden mit dieser Entwicklung leben können?