Eu zwingt smartphone-hersteller zur batterie-offenlegung – ende der rückwärtskompatibilität?
Die Smartphone-Industrie kämpft mit einem wachsenden Problem: die Akkulaufzeit. Der ständige Wechsel zwischen dem Wunsch nach neuesten Innovationen und dem frustrierenden Gefühl, dass das Handy nach wenigen Jahren schlappmacht, ist längst keine Seltenheit mehr. Ob Samsung Galaxy S26 oder iPhone 17 – die meisten Nutzer erleben, dass die Batteriekapazität mit der Zeit nachlässt und das Gerät überhitzt.
Revolution oder reine bürokratie?
Die Reparatur dieser Akkus ist jedoch zunehmend kompliziert, insbesondere bei den aktuellen Ein-Bodentechnik-Designs. Die Europäische Union will nun das Aus für die obligatorische Batterie-Austauschunfähigkeit in Mobiltelefonen setzen. Es geht darum, Verbraucher nicht mehr in eine Sackgasse zu zwingen, bei jedem Defekt ein komplett neues Gerät zu kaufen – ein Teufelskreis, der sowohl ökologisch als auch ökonomisch fragwürdig ist. Die treibende Kraft hinter diesem Schritt ist ein längst überfälliges Umdenken.
Ab 2027 sollen Smartphones so konstruiert sein, dass sie von Endverbrauchern ohne Spezialwerkzeug und fundiertes technisches Wissen repariert werden können. Das bedeutet: Schluss mit dem unerträglichen Hin- und Her zwischen Reparaturwerkstätten und dem Kauf eines neuen Geräts, sobald die Batterie ihren Dienst quittiert. Der Grundgedanke ist, die Haltbarkeit von Geräten zu verlängern und somit Ressourcen zu schonen – ein Ansatz, der längst überfällig ist.
Die EU hat bereits im März 2021 eine Richtlinie in Kraft gesetzt, die Hersteller verpflichtet, Geräte mindestens 10 Jahre lang reparieren zu können. Der neue Artikel 11 im Verordnung (EU) 2023/1542 konkretisiert nun, dass Batterien innerhalb der Produktlebensdauer für den Endverbraucher einfach entnehmbar und austauschbar sein müssen. Es geht nicht um einzelne Zellkomponenten, sondern um komplette, funktionstüchtige Batterien.

Co2-einsparungen und design-wandel
Die Entscheidung ist Teil des „European Green Deal“, der darauf abzielt, die Umweltauswirkungen von Produkten zu reduzieren und eine Kreislaufwirtschaft zu fördern. Laut 20 Minutos könnten allein durch eine Verlängerung der Akkulaufzeit um ein Jahr jährlich Millionen Tonnen CO2-Emissionen vermieden werden. Die Kommission hat zudem die Hersteller aufgefordert, Akkus mit einer höheren Anzahl an Ladezyklen zu entwickeln – ein weiterer Druck, der sich positiv auf das Design der Smartphones auswirken wird.
Es wird erwartet, dass die Ein-Bodentechnik-Designs, die bisher die Reparatur erschweren, in Zukunft an Bedeutung verlieren werden. Ein Rückgang zu den bewährten Konstruktionen mit abnehmbarer Batterieklappe ist denkbar. Die Hersteller müssen sich anpassen – und zwar nicht nur aus Gründen der Gesetzgebung, sondern auch, um den Anforderungen einer wachsenden Zahl von Verbrauchern gerecht zu werden, die Wert auf Nachhaltigkeit und Reparaturfreundlichkeit legen. Die PS5-ähnliche Performance von Android-Smartphones mit 24 GB RAM, die sogar Red Dead Redemption 2 und GTA V mit über 40 FPS darstellen können, zeigt, dass leistungsstarke Smartphones durchaus auch ohne ständige Neukäufe genutzt werden können. Es ist Zeit für eine Rückbesinnung auf bewährte Prinzipien – und für eine deutliche Einschränkung der Obsoleszenz.“n
