Apple watch-streit eskaliert: gericht hält neues design für legal – aber der kampf geht weiter

Die Rechtstreitigkeiten um die Apple Watch eskalieren weiter. Nachdem Apple bereits mehrere Modelle aufgrund von Patentverletzungen in den USA vom Import untersagen lassen musste, scheint sich die Lage nun leicht zu entspannen – zumindest vorerst.

Itc-richter sieht keine patentverletzung

Itc-richter sieht keine patentverletzung

Ein Bundesrichter des Internationalen Handelsgerichts (ITC) urteilte, dass die neu gestalteten Apple Watches keine Patente von Masimo im Bereich der Blutsauerstoffmessung verletzen. Diese Entscheidung folgt auf eine frühere Verurteilung durch ein Bundesgericht im Jahr 2023, das das ältere Design der Smartwatches als patentverletzend einstufte.

Die ITC hatte im Dezember 2023 zunächst die Einfuhr bestimmter Apple Watch-Modelle, darunter die Apple Watch Series 9 und die Apple Watch Ultra 2, untersagt. Um diesem Verbot zu umgehen, entfernte Apple die Funktion zur Blutsauerstoffmessung aus seinen Uhren. Im August brachte das Unternehmen eine aktualisierte Version der Technologie auf den Markt, die jedoch nicht direkt auf der Uhr selbst, sondern auf verbundenen Apple-Geräten wie dem iPhone verarbeitet wird. Masimo legte gegen diese Genehmigung Einspruch ein.

Die Entscheidung des ITC-Richters bedeutet zwar eine vorläufige Erleichterung für Apple, der Rechtsstreit ist jedoch noch lange nicht abgeschlossen. Die vollständige Kommission des ITC muss die Entscheidung noch prüfen, bevor sie endgültig bestätigt wird. Gleichzeitig hat das US Court of Appeals for the Federal Circuit die frühere Verurteilung von 2023 bestätigt.

Apple zeigte sich zwar erfreut über die Entscheidung des ITC, kündigte aber an, alle Möglichkeiten für weitere Überprüfungen der Entscheidung des Federal Circuit zu prüfen. Das Unternehmen argumentiert, dass Masimo in den letzten sechs Jahren Dutzende von vermeintlichen Patentverletzungsklagen gegen Apple eingereicht habe, von denen „nahezu alle“ abgewiesen wurden.

Masimo hat sich bislang nicht zu der jüngsten Entwicklung geäußert. Die Patentstreitigkeiten zwischen den beiden Unternehmen sind bereits seit längerer Zeit andauernd. Masimo wirft Apple vor, Mitarbeiter des Unternehmens eingestellt und deren Expertise genutzt zu haben, um Pulse-Oximetrie-Technologie zur Messung des Sauerstoffgehalts im Blut zu entwickeln. Die Frage, ob Apple die Technologie von Masimo gestohlen hat, wird weiterhin vor Gericht ausgefochten.

Die neue Auslegung der Technologie durch Apple könnte für Masimo eine Enttäuschung sein, insbesondere wenn die Technologie weiterhin auf verbundenen Geräten verarbeitet wird, anstatt direkt auf der Uhr selbst. Ob dies die Strategie von Masimo in zukünftigen Patentstreitigkeiten beeinflussen wird, bleibt abzuwarten.

Die Entscheidung des ITC-Richters ist ein weiterer Wendepunkt in dem langwierigen Rechtsstreit. Sie zeigt, wie komplex die Welt der Patente und Technologie geworden ist – und dass selbst scheinbar kleine Anpassungen in einem Produkt zu großen rechtlichen Konsequenzen führen können.