6G rollt an: europa plant den nächsten mobilfunk-sprung
Die Ära von 2G und 3G ist Geschichte. Jetzt rückt 4G in den Hintergrund, während Europa bereits den Blick auf das 6G richtet. Die Technologie-Giganten arbeiten fieberhaft an der nächsten Generation, die verspricht, das mobile Internet grundlegend zu verändern. Und das – obwohl 5G erst vor etwa sieben Jahren umfassend ausgerollt wurde.

6G: der nächste hüpfer – und schon bald realität?
Während die Entwicklung des 5.5G (5G Advanced) noch in den Kinderschuhen steckt, plant Europa bereits die Infrastruktur für 6G. Das Radio Spectrum Policy Group (RSPG), Berater der Europäischen Kommission für Konnektivität, hat eine öffentliche Konsultation gestartet, um die besten Frequenzbereiche für die neue Generation zu identifizieren.
Ein viel diskutierter Bereich sind die 6 GHz, die aktuell in den USA für WLAN genutzt werden. Europa hofft, diese 540 MHz (mit potenzieller Erweiterung um weitere 125 MHz) für 6G zu nutzen. Das RSPG sieht hier eine ideale Möglichkeit, Kapazität in städtischen und vorstädtischen Gebieten zu schaffen, ohne massive neue Anlagen bauen zu müssen. Ein weiteres vielversprechendes Gebiet ist der Frequenzbereich zwischen 3,8 und 4,2 GHz, der über dem herkömmlichen 5G liegt, sowie die Nutzung der Frequenzbänder zwischen 470 und 694 MHz, die derzeit von der terrestrischen Digitalfernsehen (TDT) genutzt werden.
Die Technologiebranche ist nicht allein bei der Entwicklung von 6G. Unternehmen wie MediaTek setzen verstärkt auf Künstliche Intelligenz (KI), 6G und WiFi 8, um eine vernetzte „Cloud persönlicher Geräte“ zu schaffen. Qualcomm ist hierbei nicht der einzige Player.
Der Zeitplan für den 6G-Ausbau ist noch nicht vollständig ausgearbeitet, aber die Europäische Kommission zielt darauf ab, die neue Generation bis 2030 einsatzbereit zu haben. Das nächste detaillierte Bericht wird weitere Präzisierung bringen. Die Investitionen in Forschung und Entwicklung dürften in den kommenden Jahren stark ansteigen.
Das Potenzial von 6G reicht weit über schnellere Downloads hinaus. Forscher sprechen von Anwendungen wie Augmented Reality (AR) und Virtual Reality (VR) in Echtzeit, die eine völlig neue Dimension der Interaktion ermöglichen. Auch die Integration von KI in die Netzwerkinfrastruktur soll die Effizienz und Stabilität von 6G deutlich verbessern.
Die Herausforderung besteht nun darin, die technischen Spezifikationen zu vereinbaren und die notwendige Infrastruktur zu schaffen. Die Arbeit im 3GPP-Konsortium ist bereits im Gange, und die ersten Prototypen sollten in den nächsten Jahren Realität werden. Die Mobilfunkbranche steht vor einer tiefgreifenden Transformation, die unsere digitale Zukunft maßgeblich prägen wird.
Die Frage ist nicht mehr, ob 6G kommt, sondern wie schnell wir bereit sind für die nächste Revolution der Kommunikationstechnologie.